Sieg verschenkt
Vorne weg sei gleich bemerkt: vom leidenschaftlichen Kampf und unbändigem Einsatz, den die NNK-Kampfmannschaft vor zwei Wochen beim Auswärtsspiel gegen St. Magdalena zeigte, war gut eine Stunde nichts zu sehen. Im Gegenteil: die "BLAUE ELF" diktierte über weite Strecken das Spiel, war einsatzfreudiger, bissiger; man glaubte zu sehen, die Linzer wollen den Sieg im "Derby über dem Strich" mehr als die Gäste aus NNK.
Die Linzer konnten sich zwar, genau wie NNK aus dem Spiel keine richtig zwingende Chance herausarbeiten, kamen aber durch unsere verunsicherte Abwehr immer wieder zu einigen Zufallsmöglichkeiten in der ersten Halbzeit. So konnte Goali NEUBAUER einen Ball, der vor ihm hoch aufsprang, nur mit aller Mühe über die Querlatte drehen. Und doch gingen die NNKner in der 20. Minute mit 1:0 in Führung. KRENMAIER versenkte mit links einen Freistoß aus 22m über die Mauer ins Kreuzeck - ein herrliches Tor - schöner kann man einen direkten Freistoß nicht verwerten.
Ab diesem Zeitpunkt gelang es den Gästen die Partie etwas offener zu gestalten - am 100%-igen Einsatz mangelte es aber immer noch. Und genau das sollte sich gleich zu Beginn der 2. Hälfte rächen. Wie aus dem Nichts gingen die Linzer durch zwei extreme Abwehrschnitzer mit 2:1 in Führung - jetzt vermissten die rot-weißen den verletzten Hannes KRAWINKLER sehr.
Als dann Thomas NEUNINGER in der 55. Minute für den heute etwas blassen Mathias TEMPL in den Sturm wechselte, drehte sich schön langsam das Blatt. Durch Einsatz und Laufbereitschaft zeigten NEUNINGER und vor allem Kapitän Tobias HÖRTENHUBER, dass sie das Match noch nicht aufgegeben hatten. Und plötzlich ging auch ein Ruck durch den Rest der Mannschaft. Endlich rackerten und spielten die von ihrem Trainer LINDINGER nach vorne gepeitschten NNKner wieder so, wie sie die zahlreich mitgereisten Zuschauer sehen wollten. Einige gute Möglichkeiten konnten zwischen der 60. und 75. Minute nicht verwertet werden. Spät aber doch gelang dann dem Joker NEUNINGER nach guter Kopfballvorlage von Christoph HÖRTENHUBER in der 84. Minute der viel umjubelte Ausgleichstreffer.
Dem in der kommenden Woche auf Trainerausbildung verweilende Coach Gerhard LINDINGER meinte zum Spiel: "Es ist einfach zum Verzweifeln mit welchen Nachlässigkeiten wir zur Zeit unsere Gegner zum Toreschießen einladen. Wie schon gegen St. Magdalena erhielten wir auch diesmal zwei wirklich vermeidbare Gegentreffer. Ich hoffe, wir können das und die fehlende Einstellung mancher Spieler in der Trainingswoche endlich abstellen."
Seki HAGINGER: "Wir spielten heute lange Zeit so, wie wir unter der Woche trainierten. Da sind Geburtstagsfeiern und private Termine wichtiger als der Sport. Wir müssen mit der Mannschaft ein ernstes Wort reden und die Undiszipliniertheiten bei der Spielvorbereitung abstellen, dann fahren wir sicherlich auch wieder die notwendigen Siege ein."




